Freitag, 13. September 2019

Der Tod lauert im Wasser ...

Kleiner Spaziergang mit der "Gang" / Foto (c) Landgrafe
Wir gehen gemütlich durch den Wald.
Es hat erst vor kurzem geregnet und mehrere Pfützen liegen auf dem Waldweg verstreut. Ich mache mir also keine großen Gedanken, als mein Husky eine davon ansteuert um zu trinken, schließlich ist das Wasser ja frisch.

Doch dann werde ich kurz laut und rufe "Dayan, nein!! Stopp!"
Mein Hund hebt irritiert den Kopf. Da bin ich schon bei ihm und schiebe ihn liebevoll, aber unnachgiebig von der Pfütze weg und schaue mir danach die anderen Wasserlachen gut an, ehe ich ihn erst einige hundert Meter weiter trinken lasse.

Frisches Wasser mit Nikotin versetzt = Todesfalle! / Foto (c) Landgrafe
Was war passiert?
Das hier - schwimmende Zigarettenkippen im Wasser!

  Ich sag's Euch ganz ehrlich - so etwas kotzt mich an!

Viele Raucher entsorgen draußen mal eben schnell ihre Kippe und denken sich nichts dabei.

Doch Nikotin ist ein starkes Gift für Hunde und andere Tiere - für Menschen übrigens auch.

   In einer normalen Zigarette befindet sich zwischen 9 und 30 mg Nikotin. Zigarettenstummel enthalten noch etwa 5-7 mg.

  Schon bei 4 mg Nikotin, die gefressen oder durch kontaminiertes Wasser aufgenommen werden, können bei Hunden Symptome einer Nikotinvergiftung auftreten. Diese äußern sich durch eine Steigerung der Nervenaktivität, das heißt durch Muskelzittern, Erbrechen, Speicheln, Temperaturanstieg, Gangunsicherheit und Herzrhythmusstörungen bis zum Herz-Kreislauf-Versagen.

 Würde ein Welpe aus einer solchen Pfütze trinken, würde er binnen kurzer Zeit an einem Kreislaufkollaps versterben!

Wanderratte / (c) gold555engel / piqs.de
Ein weiteres "Pfützen-Problem" entsteht oft bei warmem Wetter - die Gefahr der Leptospirose.

 Leptospiren werden von infizierten Tieren im Urin ausgeschieden. Die Infektion erfolgt durch Kontakt über die Haut oder Schleimhäute.

Als derzeitiger Hauptübertragungsweg gilt die Aufnahme von mit Rattenharn verunreinigtem Wasser in Pfützen, aber auch in kleinen Tümpeln oder stehenden Gewässern.

Die Erkrankung tritt vor allem im Spätsommer und Herbst auf.
Die Inkubationszeit, also die Zeit bis zum Ausbruch der Krankkheit, beträgt fünf bis sieben Tage.
Die Erreger setzen sich in diversen Organen, besonders der Niere, Milz, Leber und den Lymphknoten fest.

 Symptome sind Fressunlust, Erbrechen, Fieber, Bewegungsunlust, Abgeschlagenheit, Muskelzittern, erschwerte Atmung, Husten bis zum blutigem Durchfall und Nierenversagen.
Schuzt bietet nur eine regelmäßige Impfung gegen die Erreger.

Eine weitere Gefahr findet sich nicht nur in Pfützen, Tümpeln oder kleinen stehenden Gewässern, sondern auch am Rand von Äckern und Feldern - der Botulismus, eine Vergiftung mit einem Nervengift, das vom Bakterium namens Clostridium botulinum gebildet wird.

Tote Ente / Foto (c) fuerteventure-zeitung
 Das weltweit vorkommende Bakterium kann nicht nur für Pferde, Rinder, Wasservögel und Menschen gefährlich sein, sondern auch für den Hund. Es verursacht eine Lähmung der Muskulatur und kann tödlich enden.

 Die Hauptinfektionsquelle für den Hund (aber auch für andere Tiere) sind verunreinigte Gewässer, mit denen er in Kontakt kommt oder aus denen er trinkt. Gerade im Sommer kann durch Tierkadaver – beispielsweise von Vögeln – das Bakterium in seichte Gewässer wie Teiche, Tümpel und Pfützen gelangen.

Aber auch Gülle kann von den gefährlichen Bakterien durchsetzt sein, weil z.B. Nagetiere in die Güllegrube gefallen, dort ertrunken und verrottet sind. Daher ist also auch bei gegüllten Wiesen, Äckern und Feldern Vorsicht geboten.

Bei einer Botulismus-Vergiftung zeigen sich unterschiedliche Symptome (meist erst einige Stunden oder sogar Tagen): Lähmungserscheinungen in der hinteren Körperhälfte, die langsam bis zur vorderen Körperhälfte durchwandern, unkoordinierte Bewegungen, starkes Speicheln, Lähmung der Zunge, flache Atmung und Probleme bei der Nahrungsaufnahme bis hin zum Erbrechen.

Schnelles Erkennen und anschließendes Handeln kann tatsächlich über Leben oder Tod Deines Hundes entscheiden! Werden die Anzeichen der Vergiftung zu spät erkannt, gibt es leider oft keine Rettung mehr für den Hund. Bei fortschreitender Vergiftung kommt es zur Lähmung der Atemmuskulatur, was zu einem qualvollen Erstickungstod führt.

Bei allen genannten Gefahren kann es reichen, dass der Hund durch das Wasser hindurch gelaufen ist oder sich hinein gelegt hat - denn er reinigt ja seinen Körper mit der Zunge.

Solltet Ihr also unsicher sein, dann duscht Euren Hund doch gründlich mit klarem Wasser zuhause ab und nehmt für unterwegs Wasser zum Trinken für Euren Hund mit.

Bitte achtet gut auf Eure Hunde, herzliche Grüße
Claudia

Quellennachweis (sofern nicht am Foto angegeben)

Foto Ratte :  gold555engel, „Rattus norvegicus - Wanderratte“, CC-Lizenz (BY 2.0)
https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de
Alle Bilder stammen aus der kostenlosen Bilddatenbank www.piqs.de