Freitag, 29. September 2017

Abschied für länger ... ein trauriger Nachruf

Ty, Sommer 2010
Heute ist der Tag, vor dem wir uns fürchten. Von dem wir wissen, dass er traurig sein wird. Immer wieder. Jedes Jahr aufs Neue.

Du bist heute vor genau zwei Jahren ins Licht gegangen und du fehlst...

Wir denken oft an dich, können mittlerweile deine Bilder anschauen, ohne jedes Mal in Tränen auszubrechen. Nur nicht heute.

Die Erinnerung an diesen furchtbaren Tag verfolgt uns, bringt die alten Gefühle wieder hoch.

Die Erkenntnis, dass wir nichts mehr für dich tun konnten, außer dich von deinen Schmerzen zu erlösen.

Die unendliche Traurigkeit, die damit einhergeht, dich gehen lassen zu müssen und die Angst vor diesem Moment, in dem du deinen letzten Atemzug tun würdest.

Die Hilflosigkeit, weil es keinen anderen Ausweg mehr gab und der Schmerz, als du in unseren Armen lagst und selbst unsere Tierärztin in Tränen ausbrach, als der Augenblick gekommen war.

Der Moment, in dem du mir so tief in die Augen und meine Seele sahst und Abschied nahmst.
Es war der Moment, in dem mein Herz zerbrach und in tausend Splitter zersprang und ich nur noch weinen konnte und dich hielt und dir sagte, wie unendlich lieb ich dich habe.

Zwei ganze Jahre ohne dich.
Zoutelande 2015

Es gab tatsächlich Leute, die meinten, es sei eine Erleichterung für uns, dass du gegangen bist.
Ja, du warst kein einfacher Hund, dein ganzes Leben lang nicht.
Frühling 2013

Du hattest deinen eigenen Kopf und deine eigene Sicht auf das Leben.
Man hatte dir mehrfach schreckliches Unrecht getan und du hast Konsequenzen daraus gezogen.

Doch du hast uns nach und nach dein volles Vertrauen geschenkt und bist mit uns durch dick und dünn gegangen. Wir waren ein Team, ein tief verbundenes, eingespieltes Team.

Du warst unser größter Lehrmeister, hast uns immer wieder an den Rand unserer Belastbarkeit und unseres Wissens über Hundeverhalten und -training gebracht und uns darüber hinaus getrieben.
Dadurch haben wir so vieles von dir und durch dich lernen dürfen.

Danke, mein Freund, für alles.
Ich liebe dich noch immer.
Das wird sich auch nie ändern und ich hoffe, wir sehen uns eines Tagen wieder.

 
Trick Dog Contest Bronze - bestanden :) 
 
Outtakes - wir hatten so viel Spaß :)

Montag, 25. September 2017

Individuelles Training oder "Der Trainer hat gesagt, das macht man so!"

Joker in seinem Element

Ein viel gehörter Satz als Hundetrainer und Hundebesitzer, wenn es ums Training geht.
"Der hat gesagt, das macht man so!"
Und ich denke - na, da hat aber einer wieder nur halb zugehört. Denn "man" bedeutet eine Verallgemeinerung, und bei Hunden kann man nicht verallgemeinern, denn jeder Hund ist anders.
Ein Beispiel aus dem Mantrailing Training, wo die Hunde lernen, der Spur einer bestimmten Person zu folgen und diese zu finden. Meine Gruppe ist absolut unterschiedlich, was die Charaktere der Hunde betrifft. Da haben wir den Workaholic, den Sensiblen, die leicht Ablenkbare, die absolute Jägerin, den Stressvogel…
Würde ich alle diese Hunde gleich trainieren, gäbe es ein Problem - beim Workaholic würde zu viel Stress aufkommen, beim Stressvogel der bestehende Stress zu hoch werden und der Sensible hätte gleich gar keine Lust mehr zu trailen. Also gibt es für jeden Hund ein eigenes Startritual und eine eigene Arbeitsweise.
Start- und Endritual sind wichtig für den Hund, um zu wissen, wann er "im Job" ist und wann dieser endet. Gestartet wird das "Suchspiel", indem der Hund ein Geschirr angezogen bekommt oder (falls er immer im Geschirr läuft) ihm z.B. ein Halsband oder Halstuch angezogen wird. Beendet wird, indem man den Hund über Futter oder Spielzeug belohnt und diese Dinge wieder auszieht. 
Normalerweise, in der Regel… wenn es da nicht eben die unterschiedlichen Charaktere gäbe.
Ende der Suche - Absitzen und ruhig futtern
Der Stressvogel stresst sich beim Start enorm hoch, bellt, heult, hüpft und ist völlig von der Rolle. Keine Konzentration, nur endlich losrennen und finden wollen. Über diesen Stress überläuft er auch Abzweige und "verläuft" sich, was ihn noch mehr stresst.
Also behält er jetzt zunächst die ganze Zeit sein Arbeitsgeschirr an und wird nur vom Halsband ins Geschirr umgeklinkt. 
Er wird zügig an seine Aufgabe herangeführt und darf sofort loslaufen, ohne warten zu müssen. Seine Motivation ist hoch genug, dass ich ihn auch mal von der Spur abkommen lasse, wenn er zu schnell ans Ziel will. 
So lernt er, langsamer und konzentrierter mit seiner Nase zu arbeiten. Belohnt wird beim Finden ganz ruhig über viel Futter, damit er sich beruhigen kann.

Die Ängstliche braucht Ruhe während des ganzen Trails und Freiraum. Jeglicher Druck würde den Hund einschüchtern und in der Suche behindern. 
Also entscheidet sie selbst, wie schnell oder langsam sie sucht, wie nah sie an die Suchperson heran geht und wie sie belohnt werden möchte. 
Mal kann sie ihr Lieblingsfutter essen (wenn sie den Menschen schon kennt), mal möchte sie ruhig gestreichelt und gekrault werden (wenn sie den Menschen schon recht gut kennt) und bei Fremden möchte sie einfach im Abstand sitzen und zeigen und dann zügig zurück zum Auto.
Angstmaus Milla - gefunden, aber es war gruselig!
Der Sensible behält ebenfalls sein Trail-Geschirr die ganze Zeit über an, wird nicht umgeschnallt, da er immer ein Geschirr trägt, das Geschirr wird auch nicht nach jedem Trail umgewechselt.  Er darf einfach Spaß haben und suchen, momentan ohne Regeln, und bekommt eine Riesenfete beim Auffinden der "vermissten Person" über Futter, einen Dummy und viel Freude beim Hundeführer, Trainer und der Zielperson.
Würde ich ihn beim Suchen zu weit von der Spur abkommen lassen, hätte er schnell Frust und keine Lust mehr. Auch das ständige Umschnallen vom Laufgeschirr ins Arbeitsgeschirr ist für diesen Hund einfach zu viel und würde mit Arbeitsverweigerung quittert.
Der Workaholic bekommt ein ruhiges Startritual mit Absitzen, Geschirr anziehen, umklinken und Schwierigkeiten auf dem Weg, und er muss beim Finden vor der Person absitzen, ehe die Belohnung kommt.
Und die Jägerin muss ebenfalls beim Start ruhig sein, ehe sie Vollgas geben darf - sie sucht von sich aus konzentriert über ihre Nase und dabei lässt sie auch Wild außer Acht - und bekommt natürlich wieder eine Riesenfete beim Ankommen.
"Was für ein Durcheinander!", meinte jetzt noch eine junge Dame, die in mein Training hinein schnuppern wollte. "Mir hat man gesagt, man muss immer das Geschirr nachher ausziehen!"
Wobei wir wieder beim "man" und dem Verallgemeinern wären, was ich ihr auch zu erklären versuchte.
Es gibt nicht "das eine Konzept" im Training oder der Erziehung oder bei der Bewältigung von Problemen. Es geht immer um den einzelnen Hund, seinen Menschen und die Umgebung, in der beide leben und miteinander arbeiten.
Individuell die Aufgaben anzugehen ist kein Luxus, sondern ein Erfolgs-Prinzip. Wer Ihnen weißmachen will, er habe "das eine Konzept" für alles, bei dem sollten Sie vorsichtig sein.
So mag nicht jeder Erdbeerjoghurt - jeder würde ihn aber essen, wenn er dazu gezwungen würde oder keine andere Wahl an Nahrung mehr hätte. Ob demjenigen davon aber vielleicht schlecht wird, oder er allergisch reagiert, bliebe abzuwarten… und außerdem wäre es ja dann seine eigene Schuld!
Nisha - Freude pur beim Finden
So reagieren manche Trainer - wenn Ihr eingefahrenes Prinzip bei dem einen oder anderen Hund nicht klappt, heißt es schnell:  "Der Hund ist zu blöd oder stur", "Der gehört halt zu einer schwer erziehbaren Rasse" oder auch  "Der Halter ist zu blöd!".
Aber jeder Hund ist ein bisschen anders als der andere, und jeder Mensch auch. Und beide sollten das Recht auf ein speziell zugeschnittenes und angepasstes Training haben.
Wenn Ihnen also mal wieder jemand sagt: "Das macht man aber so!", können Sie getrost sagen:
"Wir machen es halt anders. Schönen Tag noch…"

Sonntag, 24. September 2017

Showdown im Wald - von Joggern, Radfahrern und Menschen mit wilden Bestien


Dayan scheucht Klein-Lotta ... spielerisch ;)

Ich bin Hundetrainer und auch Hundehalter, und daher auch oft mit Hunden auf Waldwegen unterwegs. Was mir immer wieder auffällt, ist das enorme Konfliktpotential, welches diese Strecken bei schönem Wetter bieten.

Nehmen wir das Beispiel unserer Aggertalsperre, "Halbinsel" - ein sehr beliebtes und belebtes Gebiet für alle, die sich gern in der Natur aufhalten. Dort treffen aber auch Menschen mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen aufeinander, was immer wieder mächtige Konflikte schafft.

Wir haben die Spaziergänger und Familien mit Kindern, die einfach nur die Natur genießen und um die Talsperre spazieren gehen möchten. Dann die Nordic Walker, Jogger und Radfahrer, die sich dort gern sportlich betätigen und natürlich - Menschen mit Hund.

Und das Bild, das sich mir oft bietet, ist nicht das einer friedlichen Ko-Existenz, sondern es geht eher wie im Wilden Westen zu…

…eine Familie mit Kindern spaziert gemütlich über den Weg, die Kinder laufen hintereinander her. Kurz vor einer Kurve werden sie fast von einem Rennradler gestreift, der mit einem Affenzahn um die Ecke geschossen kommt. 
Er muss hastig ausweichen und schimpft dabei:  "Reichen die blöden Köter hier nicht schon? Jetzt muss man auch noch kleinen Bälgern ausweichen!"
Denn über einen der "blöden Köter", der frei herum rannte, hätte er wenige hundert Meter zuvor fast einen Salto geschlagen.

Natürlich trifft die Familie kurze Zeit später auf den besagten "Köter".  Der mittelgroße Labrador, der Menschen und Kinder besonders toll findet, rennt sofort auf sie zu - die Kinder haben Angst und rennend schreiend zu ihren Eltern. Es erschallt der altbekannte Ruf: "Der tuuut nix!"

Ja ja, richtig - der tut nix hören, wie mir scheint, denn die Halterin kann rufen, wie sie will, ihr "Tut-nix" springt fröhlich um die Kinder herum, die sich mittlerweile zwischen Mama und Papa verstecken, während Papa schon nach dem Hund tritt und schreit: "Leinen Sie endlich Ihren verdammten Köter an!"

Doch sie werden unerwartet gerettet - von einer jungen Joggerin, die jetzt um die Kurve kommt, an der Familie vorbeiläuft und sofort zum Ziel des neugierigen Labradors wird. Da auch sie Angst vor Hunden hat, rennt sie schneller - der Labrador auch - und so muss die Halterin des "Tut-nix" nun auch recht unerwartet zu sportlicher Aktivität übergehen und hinter der Joggerin und ihrem Hund her rennen.

Allerdings hat auch sie mächtig Glück - ihr Hund kommt plötzlich aus vollem Lauf zu ihr zurück, verfolgt von einem freilaufenden  Schäferhund, bellend und zähnefletschend, und von weitem schallt der Ruf: "Keine Angst, der will nur spiiiiielen…"

Sie glauben, das sei überzogen? Dann gehen Sie mal an sonnigen Tagen mit mir spazieren!

Dabei wäre es so einfach, wenn jeder dem Anderen gegenüber ein wenig mehr Verständnis und Respekt zollen würde! 
Bringen Sie Ihren Mitmenschen die Höflichkeit entgegen, die auch Sie selbst erwarten.

Bitte nicht anfassen!
Liebe Spaziergänger - bitte halten Sie sich von fremden Hunden fern. Versuchen Sie niemals, einen fremden Hund einfach anzufassen - und sei er noch so hübsch, niedlich oder klein! Nicht jeder Hund mag fremde Menschen, könnte sich bedroht fühlen und zubeißen. Halten Sie auch bitte Ihre Kinder von fremden Hunden fern! Und verlassen Sie sich bitte niemals auf die Aussage der Hundebesitzer, wenn es heißt: "Der tut nix!"

Zur Information - sollten Sie gebissen werden, weil Sie versucht haben, einen fremden Hund zu streicheln, wird Ihnen vor Gericht eine Teilschuld bis zu 50% angerechnet. 
(OLG Frankfurt, Az.: 7 U 91/99)

Liebe Radfahrer - bitte betrachten Sie öffentliche Waldwege nicht als Ihre persönliche Rennstrecke. Geben Sie Spaziergängern die Möglichkeit, Ihnen auszuweichen, indem Sie etwas langsamer um die Kurven fahren. Bitte geben Sie auch Hundehaltern die Möglichkeit, ihre Flexi- oder Schleppleinen einzusammeln und ihre Hunde zu sich heran zu rufen. Und glauben Sie mir - das rechtzeitige  Benutzen einer Fahrradklingel tut nicht weh…

Liebe Jogger - Sie werden oft erst spät wahrgenommen, wenn Sie andere Menschen überholen wollen. Rechnen Sie also damit, dass man sich erschreckt oder dass Kinder oder Hunde Ihnen plötzlich in den Weg laufen.

Joggen Sie bitte niemals frontal auf Hunde zu oder ganz nah an ihnen vorbei - egal ob an der Leine oder freilaufend - die Tiere könnten sich bedroht fühlen und zum Angriff über gehen.
Manche Hunde neigen zum Hetzen, leider auch von Radfahrern und Joggern. Verfolgt Sie ein Hund, verringern Sie sofort Ihr Tempo und bleiben Sie notfalls stehen. Laufen Sie niemals vor einem Hund weg - er ist immer schneller als Sie!!

Ist es ein freundlicher Hund -  ignorieren Sie ihn, sprechen Sie nicht mit ihm, sonst belohnen Sie ihn für sein Verhalten, denn er erhält Aufmerksamkeit von Ihnen und glaubt, alles sei in bester Ordnung. Und wird sicherlich gern wieder einen so netten Menschen verfolgen wollen. Bitten Sie aber den Hundebesitzer, besser auf seinen Schützling aufzupassen.

Knurrt oder bellt der Hund Sie an, bleiben Sie bitte ganz ruhig stehen und bitten Sie den Besitzer möglichst höflich, den Hund SOFORT abzurufen und anzuleinen, egal ob der "nur spielen will" oder auch sonst "nix tut"! Kommt er Ihrer Aufforderung nicht nach und der Hund bedroht Sie weiter, drohen Sie notfalls mit einer Anzeige beim Ordnungsamt. 

Bitte schlagen oder treten Sie nur im absoluten Notfall nach dem Hund, ansonsten provozieren Sie einen Angriff!

Zur Information - kommen Jogger oder Radfahrer durch einen Hund zu Fall, weil Sie nicht angehalten haben oder weiträumig ausgewichen sind, so erhalten Sie vor Gericht eine Mitschuld. 
 (OLG Koblenz, Az.: 5 U 27/03 und OLG Koblenz, Az.: 12 u 1312/96).

Liebe Nordic Walker - man nimmt Sie schneller wahr und Sie sind nicht ganz so schnell unterwegs. Bitte denken Sie dennoch daran, dass das Geklapper Ihrer Stöcke unsichere Hunde nervös machen kann. Machen auch Sie einen Bogen um Hunde und wenn Sie bemerken, dass es den Tieren unheimlich ist - vielleicht könnten Sie die Stöcke ja ein paar Meter weit hoch nehmen und nicht benutzen, bis Sie etwas  Abstand zu den Hunden haben…

Liebe Hundebesitzer - lassen Sie Ihren Hund nur dann frei laufen, wenn er auch sicher abrufbar ist. Ansonsten gehört Ihr Hund an eine Schleppleine! Ganz besonders, wenn er zum Hetzen neigt.
 
Sprüche wie "Der tut nix!" oder "Der will nur spielen!" sind Ausreden für versäumtes Training mit Ihrem Hund! Schlimmstenfalls folgt ein weiterer, sehr bekannter Satz: "Oh, das hat er ja noch nie gemacht…"

Nicht jeder Mensch ist begeistert von Hunden, manche Menschen haben auch Angst vor ihnen. Bitte denken Sie daran und leinen Sie Ihren Hund an oder lassen Sie ihn zumindest bei Fuß gehen oder absitzen, wenn Ihnen jemand entgegen kommt.

Und nicht jeder Hund ist begeistert von anderen Hunden!!  Vielleicht ist er mal gebissen worden oder er ist krank, oder frisch operiert und darf sich nicht stark bewegen. 

Halten Sie zunächst Abstand und klären Sie vorher, ob die Hunde sich begegnen dürfen oder nicht! Nicht erst, wenn sich die Leinen hoffnungslos verwickelt haben oder die Beißerei bereits im Gange ist.

Hey - wer bist du und was willst du?!
Hat einer der Hunde oder sogar beide Probleme mit Artgenossen, so gehen Sie zügig aneinander vorbei und diskutieren Sie das Problem bitte nicht aus - Sie machen sonst alles nur noch schlimmer. Falls Ihr eigener Hund ein "Leinen-Rambo" ist, suchen Sie sich eine gute Hundeschule und üben Sie abgesichert Begegnungen mit anderen Hunden.

Respektieren Sie, dass Hunde immer noch Raubtiere mit scharfen Zähnen sind und Schäden bei Menschen und anderen Hunden verursachen können - egal ob Yorkshire Terrier oder Deutsche Dogge.

Zur Information - flüchtet ein Mensch aus Angst vor einem freilaufenden Hund und verletzt sich dabei, ist der Hundehalter in vollem Umfang haftbar zu machen.  
(OLG Düsseldorf, Az.: 15 W 13/94 und AG Frankfurt, Az. 32 C 2314/99-48)

Hetzt ein Hund - egal welcher Größe - Wildtiere oder Nutztiere, kann der Hundehalter zu Bußgeldern und Schadensersatzansprüchen herangezogen werden. 
 (Bay. OLG, Az.: 3 ObOWi 5/2002 und AZ: LG Bonn 8 S 81/05)


Beißen sich zwei freilaufende Hunde, so trägt der Schadensverursacher die Kosten am anderen Hund.  Ist aber eines der Tiere angeleint und wird von einem freilaufenden Hund verletzt, so zahlt der Hundehalter des Freiläufers den gesamten Schaden alleine.   
(Amtsgericht Frankfurt, Az.: 32 C 4500/94-39)


Greift ein Hundehalter in eine Beißerei ein und wird vom fremden Hund gebissen, kann er Schadenersatz vom anderen Hundebesitzer verlangen
(LG Nürnberg-Fürth vom 22. 9.1992, Az. 13 S 6213/91; rechtskräftig)

Wenn alle Beteiligten diese Regeln konsequent anwenden würden, wäre der "Showdown im Wald" schnell vorbei und man könnte sich freundlich einen "Guten Tag!" wünschen…