Dienstag, 12. Januar 2021

Unser Goldstück - innen und überhaupt und überall

 

Gioya 2019 / Foto: Y. Schnaubert

Nachdem im September 2015 unser Ty von uns gegangen war, wollten wir erstmal keinen Hund mehr. 

Unser Ty - unvergessen... / Foto: C. Landgrafe

Wir wollten uns erholen, finanziell, nervlich und seelisch, wir wollten Urlaub und ohne schlechtes Gewissen Ausflüge und Unternehmungen machen, die mit Hund eher schwierig bis unmöglich sind.

Drei Monate hielten wir mehr schlecht als recht ohne Hund durch, dann ging es einfach nicht mehr und am 08. Januar 2016 zog Dayan bei uns ein, ein siebenjähriger Wooly Husky aus dem Tierschutz.

Dayan war von Anfang an der Hund meines Mannes, zwei Seelen die einander wiedergefunden hatten, so kam es uns vor. 

Dayan war großartig - laut, stur, lustig, kommunikativ den ganzen Tag... aber nicht mein Hund.


Dayan kurz nach seiner Ankunft / Foto: C. Landgrafe

Mir fehlte da etwas, immer mehr, und so kam es, dass ich mich im April 2017 in ein paar große braune Augen verliebte, die aus einem Skelett mit Fell heraus schauten - Gioya, damals noch "Kuia" genannt.

Gioya auf ihrer Pflegestelle in Spanien / Foto: Setter Rescue Germany e.V.

Ich war schockverliebt in diesen "The living dead Setter" und wusste einfach, sie ist mein Hund.

Am 13. Mai durften wir sie in Empfang nehmen - einen ausgemergelten Körper mit stumpfem Blick, ohne Interesse am Menschen, dafür flog sie regelrecht hinter jedem Vogel her, ungeachtet der Leine oder eines Zauns oder sonstiger Gefahren...

Skelett mit Fell, schon etwas aufgepäppelt... / Foto: C. Landgrafe

Achtundvierzig Stunden haben wir alle kaum geschlafen nach ihrer Ankunft. Sie rannte und rannte und ich musst sie im Haus an die Leine legen und zwischendrin auch aufs Sofa packen und festhalten. 
Nur langsam kam sie runter und zur Ruhe und entdeckte... das Leben :)

Nach einer Woche bei uns / Foto: C. Landgrafe

Vier Wochen nach ihrer Ankunft... / Foto: C. Landgrafe

Gioya Herbst 2019 / Foto: Y. Schnaubert

Während es Dayan leider unaufhaltsam schlechter ging aufgrund seiner vielen körperlichen Baustellen, wurde auch Gioya langsam immer kranker. Immer wieder schwollen ihre Handgelenke an, wurden wieder dünner und doch wieder dicker.

Wir versuchten nach und nach alles, doch unaufhaltsam wurde es schlimmer und schlimmer...

- Homöopathie

- Akupunktur

- Physiotherapie

- Ernährungszusätze

- Blutegel

- Entzündungshemmer

- Spritzen in die Gelenke

- zuletzt Kortison auf Dauer und Novalgin, wovon ihr schlecht wurde...


Alle Gelenke geschwollen und schmerzhaft / Foto: C. Landgrafe

Wir kamen an einen Punkt, an dem ich verzweifelt nach Hilfe für Gioya suchte. So ging es einfach nicht weiter und die Aussichten waren mies.

Ich googelte immer wieder, wochenlang, nach anderen Therapieansätzen, die bei schwerer Polyarthritis helfen würden. Nichts erschien mir sinnvoll oder nachhaltig.

Unser wirklich sehr lieber Haustierarzt sagte bei einer Untersuchung im bitteren Scherz, als ich ihn nach Goldakupunktur fragte: 

"Eigentlich müsste man dann ein Schrotgewehr mit Gold laden und draufhalten."

Die Sorge um Dayan und Gioya war groß und wir weinten viel und oft, weil wir einfach am Ende unserer Kräfte, Ideen und Möglichkeiten waren.

Am 06. Januar 2021 ging Dayan ins Licht... dazu an anderer Stelle später mehr. 

Ich möchte hier nicht zu viel dazu schreiben, nur dieses - er hat Gioya damit einen unglaublichen Liebesdienst erwiesen und uns ein wunderbares Geschenk gemacht. Auch das erkläre ich später an anderer Stelle...

Am 08. Januar hatten wir die Eingangsuntersuchung in der Praxis am Gotenring bei Frau Dr. Wilms in Köln. Ihre Diagnose war mehr als niederschmetternd - Gioya hatte solche Schmerzen, dass man sie eigentlich aus Tierschutzgründen in naher Zukunft hätte erlösen müssen.

Ich fasse es einfach zusammen - der ganze Hund war ein Schmerz, auf einer Skala von 1-10 ein satte 7 bis 8. Sämtliche Gelenke waren betroffen. Gioya hatte schlimme Rücken- und Gelenksschmerzen, überall. Dass sie noch so fröhlich auf ihren eigenen Beinen unterwegs war, grenzte fast an ein Wunder.

Frau Dr. Wilms sagte schmunzelnd, sie laufe "wie eine Schildkröte im Formel 1 Modus" - steifer Rücken, aber die Beine darunter rotieren... Gioya sei ein Hund mit solch einem unbändigen Lebenswillen und einer unglaublicher Selbstüberzeugung, das auch zu schaffen.

Ihr könnt Euch vorstellen, wie ich dort stand, mit meiner süßen kleinen Frau Setter, zwei Tage nachdem wir Dayan verloren hatten.

Es gab keine Frage, OB wir sie schmerztherapeutisch behandeln lassen würden. Egal wie und so schnell wie möglich, und wenn wir einen Kredit für sie aufnehmen müssten!

Die Kosten waren hoch. Und unsere Reserven durch die stetigen und letzten intensivmedizinischen Behandlungen von Dayan verbraucht.

Ich überlegte wie wir das jetzt stemmen sollten, während wir einen Notfalltermin für eine Woche später ausmachten. Denn unter normalen Umständen gibt es wochenlange Wartelisten...

Am Abend überredete ich meinen Mann dazu, für Gioya eine Spendenaktion in Facebook einzustellen. Jeder Euro würde helfen, und falscher Stolz war jetzt wirklich fehl am Platz.

Aktuell hatten wir für beide Hunde zusammen seit Oktober 2019 eine Summe von rund 11.000 Euro Kosten für Tierarzt, Medikamente, Physiotherapie geleistet und wir waren am Ende.

Ich hoffte auf vielleicht 500 Euro, die reinkommen würden. So hätten wir zumindest eine Anzahlung machen können und der Rest würde halt finanziert werden. Zu fast 9% durch eine Tierarzt-Bank, aber hey - Scheißegal, es ging um Gioyas Leben!

Doch es kam dann ganz schnell ganz anders...

Unser Spenden-Moneypool auf Paypal glühte regelrecht, unglaublich viele Menschen teilten unseren Aufruf und spendeten kleine und große Beträge.

Schon am Samstagmorgen hatten wir fast 1.300 Euro zusammen, und dann kam ein Anruf aus Köln - ein Termin war abgesagt worden, Gioya könnte sofort am kommenden Montag drankommen.

JA!! Ja, ja, ja!!! Natürlich sagte ich zu.

Und wir erlebten bis zum Montag ein kleines, großes Wunder für uns - durch Spenden kam der gesamte Betrag von 3.000 Euro zusammen, wir konnten die Behandlung sofort komplett bezahlen!

Ich war so aufgeregt, als ich mit meiner kleinen Maus um 8.30 Uhr ins Auto stieg und mich auf den Weg machte. 

Und alles lief völlig komplikationslos - die Anfahrt ohne Stau oder Verfahren (und ich hasse Großstädte mit drei Fahrspuren und verfahre mich regelmäßig in ihnen), ich bekam einen gebührenfreien Parkplatz!! keine 30 Meter von der Praxis entfernt, Gioya war ganz entspannt und die ganze Behandlung samt Aufwachen danach war einfach nur ruhig und gut und entspannt, so wie die ganze Atmosphäre in der Praxis.

Wir wurden mit den Worten begrüßt: "Ich freue mich so, dass ich Gioya so schnell wiedersehe und sie jetzt behandeln darf."

Es wurde darauf geachtet, dass alles leise war, dass Gioya vor Behandlungsbeginn bequem und vor allem warm gelagert wurde und dass es ihr gut ging.

Frau Dr. Wilms zeigte mir direkt praktisch, wie die Nadeln bei Gioya wirken würden. Ich spürte, wie sich ein harter Muskelstrang im Oberschenkel nur Sekunden nach dem ersten Setzen einer Nadel butterweich entspannte. Und wie sich der eigene Puls veränderte, wenn sich das gestörte Energiefeld des Hundes an dieser Stelle ausgleicht - eine unglaubliche Erfahrung!

Ich spürte die Liebe zum Tier und die Liebe zu ihrer Arbeit und ich hatte solches Vertrauen, das jetzt alles gut werden würde.

So konnte ich wirklich entspannt 2 Stunden im Wartezimmer sitzen (und für meine Prüfung zum Ernährungsberater für Hunde büffeln) und mich dann zum Aufwachen zu ihr setzen.

Im Land der Träume mit Schlafmaske / Foto: C. Landgrafe

Schon wieder wach / Foto: C. Landgrafe

Die Diagnose liest sich wirklich schlimm. 
  • Arthrosen in wirklich allen Gelenken bis in die Zehen hinein
  • mehrere Bandscheiben defekt und kaum noch vorhanden
  • Wirbel im Nacken zusammen gewachsen
  • Spondylosen (Wirbel unterhalb zusammen gewachsen) und 
  • "kissing spines" (Wirbel oberhalb zusammen gewachsen)
  • Hüftgelenksdysplasie
  • ein alter unbehandelter und falsch zusammen gewachsener Beinbruch des linken Unterschenkels (Wadenbein)
  • offener Rutenbruch auf derselben Höhe
  • alter Kreuzbandriss im Knie
  • gestörtes Narbenbild der Kastrationsnarbe am Bauch mit Verwachsungen ...
Die Röntgenbilder sprechen glaube ich für sich.

Zehen und Handgelenke von Gioya aktuell / Röntgenbild: 

Tierarztpraxis am Gotenring


Sprunggelenke hinten / Röntgenbild: 

Tierarztpraxis am Gotenring


Fusionierte Nackenwirbel (Kreis) / Röntgenbild: 

Tierarztpraxis am Gotenring


nochmal Nahaufnahme, Handgelenk links / Röntgenbild: 

Tierarztpraxis am Gotenring



Heute ist Dienstag, der 12. Januar 2021 und Gioya geht es den Umständen entsprechend gut.

Zusätzlich zu den Nadeln wurde sie umfassend untersucht, ihre Tränen-Nasen-Kanäle gespült (weil sie da Probleme mit hatte), ihre Zähne gereinigt und die Entzündungswerte im Blut kontrolliert (all inclusive).

Nur einen Tag, nachdem sie mehr als 120 Gold- und Platinnadeln im ganzen Körper, quasi von Kopf bis Fuß wortwörtlich gesehen, implantiert bekommen hat, steht und läuft sie anders.

Dicke Handgelenke und Plattfüße... / Foto: C. Landgrafe

Rückenansicht am Abend nach Behandlung / Foto: C. Landgrafe

Sie hat eine andere Körperspannung, steht deutlich gerader, aufrechter, besonders hinten hängt sie nicht mehr so durch.

Sie konnte heute (weil ich zu langsam war, um sie aufzuhalten...) zum ersten Mal seit Monaten unsere Treppe nach unten zügig laufen, statt sich langsam Stufe für Stufe vorzuarbeiten.

Wie geht es nun weiter?

Gioya wird zwei Wochen lang extrem geschont. Das bedeutet, drei kleine Spaziergänge an der kurzen Leine von maximal 15 Minuten auf geradem und möglichst sauberen Untergrund (also kein Wald...) im Schritt-Tempo.

Sie wird schrecklichen Muskelkater bekommen, weil sich ihre Schonhaltung zu einer normalen Haltung verändert, dafür bekommt sie ein gut verträgliches homöopathisches Mittel nach Bedarf.

Das Kortison wird ganz langsam in der Dosierung heruntergefahren und möglichst in einigen Wochen ganz abgesetzt.

Novalgin und Kortison werden durch ein anderes, schonenderes Medikament ersetzt, das bedarfsweise gegeben wird. Das besprechen wir noch mit unserem Haustierarzt.

Auslastung über Kopfarbeit, damit ihr nicht langweilig wird, natürlich auch nur Minutenweise, denn ein Körper der heilen will, braucht viel Ruhe.

Und dann nach 10 Tagen Beginn der Physiotherapie und Muskelaufbau.

Wir sind so froh und glücklich und danken allen Spendern und allen, die uns unterstützt haben, um das zu ermöglichen!

Ein besonders herzlicher Dank geht an die Tierarztpraxis am Gotenring - Frau Dr. Wilms und ihr Team. Einfach nur "Danke!!"


P.S.: Während der Spendenaktion gab es von einer Person die Aussage, der Preis dieser Behandlung sei "für den Spaß zu teuer" und hätte bei ihrem Hund nicht lange gewirkt (was mir für den Hund wirklich leid tut), Physio und Blutegel würden es auch tun.

Dazu möchte ich nur sagen - es gibt einen großen Unterschied zwischen dem "Preis" und dem "Wert" einer Sache.

Gioyas Leben und Befinden war und ist es uns wert, und dann spielt der Preis eine untergeordnete Rolle...

PPS: da es noch Nachfragen zu weiterer Unterstützung für die weitere Behandlung von Gioya gibt, 
hier unser Moneypool:    Spendenpool für Gioya

oder unser Konto: 
Claudia Landgrafe
Volksbank Oberberg e.V.
IBAN: DE81 38462135 2008044018



Mittwoch, 29. Juli 2020

Nur für den Augenblick - ein Post und seine Folgen...


Eingreifen oder laufen lassen? / (c) Signal-Hund

Ich öffne Facebook und scrolle ein wenig. 
Da ist ein Post, ein Baby liegt neben einem Hund in dessen Körbchen. Ich kriege regelmäßig Bauchweh bei solchen Bildern, aus gutem Grund. Warum das so ist, das erkläre ich gleich.

Ich unterdrücke den Impuls, etwas dazu zu schreiben. Das tut jemand anderes für mich, teilt meine Gedanken - und wird natürlich dafür kritisiert, dass er das Thema kritisch anspricht, wie fast immer, wenn man etwas kritisiert.

Obwohl ich nichts dazu sagen wollte, tu ich es nun doch, denn ich sage es euch ganz ehrlich - diese Harmoniesucht und permanente Kritikablehnung bei solchen Beiträgen gehen mir echt auf den Zwirn!

Wenn man nicht sofort "Oh wie süüüüß!" schmettert, ist man raus, wird selbst kritisiert und oftmals angegriffen - weitaus schärfer, als der eigene Kommentar gewesen ist.

Dabei ist es egal, ob es sich um Kinder-Hunde-Bildchen handelt oder andere Fotos oder Videos, in denen ein Hund (oder wahlweise eine Katze, ein Pferd, ein Vogel etc...) in eine Situation gebracht wird, die für ihn alles andere als schön ist. 

Hauptsache es sieht erstmal niedlich aus - oberflächlich betrachtet... 
Denn meistens ist es das nicht.

Mag das der Hund eigentlich?? / (c) Signal-Hund

Doch kommen wir mal zurück zum Augenblick, zum Post, zum Bildchen oder Video.
Warum machen Menschen sowas, denke ich mir dann. Also so etwas zu posten und dann so aggressiv auf Kritik zu reagieren.

Und bin zu folgenden Antworten gekommen:

1. Sie sind stolz auf das was sie da haben und möchten es mit der Welt teilen.
Ja, das kann ich durchaus verstehen. Man hat etwas erreicht oder bekommen und möchte es teilen, andere teilhaben lassen und  - seien wir mal ganz ehrlich - natürlich möchte man dafür Anerkennung von den anderen Menschen in Form von  Likes, Herzchen und netten Kommentaren - sonst würde man das ja nicht posten!! 
Ich finde daran nichts verwerflich, sowas machen wir schließlich alle :)

2. Sie haben keine Ahnung, was sie da dem Hund / anderen Tier und eventuell der Umgebung und anderen Beteiligten antun.
Ja, das sehe ich auch so, und meine das wirklich verteidigend für diese Menschen. Ich glaube echt, Ihr meint das nicht böse, Ihr wisst nur einfach nicht, was Ihr da tut!
Was sehr schade ist, aus meiner Sicht.
Denn damit bringt Ihr Euren Hund in ein Dilemma. Auch das erkläre ich gleich.

3. Durch Kritik fühlen sie sich angegriffen und ungerecht behandelt
Auch das verstehe ich, die meisten Menschen - mich eingeschlossen - mögen Kritik erstmal nicht so gern. Kritik bedeutet, ein anderer Mensch findet mein Handeln falsch, schlecht, doof oder was auch immer.
Fast automatisch wehrt man sich dagegen, bevor man darüber nachdenken will, ob die Kritik vielleicht berechtigt ist. Kennt Ihr auch, oder?

Warum kratzt einen das so sehr, dass man sich erstmal wehren will dagegen? Das ist das eigene Ego, das ja gestreichelt werden wollte. Und nun bekommt es statt dessen einen Klaps. 
Das fühlt sich erstmal unangenehm an. Um nicht zu sagen, echt Scheiße. Sorry für den Ausdruck. Ist aber so, wenn Ihr ehrlich seid.

Kommen wir zum Dilemma, in das Ihr Euren Hund mit solchen kleinen Momentaufnahmen bringt, die Ihr der Welt unbedingt zeigen möchtet.

Wenn Ihr durch viel Geduld oder Training oder wie auch immer einen Erfolg mit Eurem Hund erreicht habt und dieser nun eine vorher schlimme oder zumindest unangenehme Situation jetzt meistern kann, dann bringt ihn doch bitte bitte bitte nicht für ein Beweisfoto wieder in diese unangenehme Situation hinein, nur um der Welt zu zeigen, dass er es jetzt kann.

Denkt bitte einen Augenblick lang darüber nach, wie sich Euer Hund dabei fühlen muss.
Im besten Fall steckt er es weg.
Im blödesten Fall fällt er in altes Verhalten zurück und reagiert seinen Gefühlen entsprechend mit Flucht, Kampf oder Erstarren, bis er weiß, was er tun soll. Was bedeutet, Ihr macht Euch selbst das Training mit Eurem Hund wieder kaputt.
Wie schade.
Für alle Beteiligten.

Und der Grund, warum ich auf "niedliche" Kinder-Hunde-Bildchen oder Videos extrem dünnhäutig reagiere, kommt hier:

Nehmen wir dafür mal ein Bild, bei dessen Anblick mir regelrecht das Herz stehen blieb.
Ein Kleinkind sitzt neben einem Hund auf dem Fußboden. Der Hund trägt einen Kopfreif mit Hasenöhrchen und das Kind küsst ihn seitlich auf die Schnauze.
Och wie süüüüß, möchtet Ihr jetzt schmettern?
Nein, ist es nicht !
Die Schnauze des Hundes ist gerunzelt und man sieht deutlich seine kompletten Frontzähne.

Die Kommentare dazu reichen tatsächlich von "Oh Gott, wie niedlich!" bis "Oh schau, wie der Hund lächelt, der liebt das Baby!" 


Und ich möchte aufgrund der Realitätsfremde und Wahrnehmungsverzerrung dieser Menschen brechen gehen. 
Und denke mir - danke Universum, für die Impulskontrolle dieses tollen Hundes!
Die Frage ist, wie lange sie anhält.

Tausende von Kindern werden jedes Jahr von Hunden gebissen, einige so schwer, dass sie sogar daran sterben.


Witzig? Nicht wirklich!!!

Während meiner Ausbildung zum Trainer für Menschen mit Hund habe ich viele solcher Fotos gesehen, bei den Recherchen zu meinem 
noch mehr davon.

Gerade Kleinkinder weisen grausame Bisswunden in Gesicht, Kopf, Hals und Brust auf, brauchen Hauttransplantationen, sind entstellt für ihr ganzes Leben und haben ein Trauma, was Hunde angeht.


Und die Eltern?
Sind oft ratlos, was da schief gelaufen ist.
Hat der Hund ganz plötzlich gemacht. War immer lieb. Hat sich immer alles gefallen lassen...
Der Hund ist halt schuld. Wie immer.


Darum bin ich oft so wütend, und halte dennoch den Mund bei niedlichen Kinder-Hunde-Bildchen.
Weil die Menschen zu oft nur sehen, was sie sehen wollen.

Da wird dem Hund das Knurren verboten, er soll sich vom Kind alles gefallen lassen, ich sehe Kinder, die auf Hunden sitzen oder liegen oder sie umarmen und küssen, während die Eltern niedliche Bildchen davon machen.


Videos, in denen ein Kind seine Finger zwischen die Zähne eines knurrenden Kleinhundes drückt und sich totlacht, bis der Hund plötzlich zubeißt und dafür geschlagen wird.

Ich möchte schreien: "WACHT AUF! SEHT HIN! DAS IST NICHT WITZIG!"


Aber sie wollen nicht hinsehen.
Sie wollen nicht sehen, dass der Hund sich die Nase leckt, den Kopf wegdreht, das Weiße in seinen Augen zu sehen ist - alles Anzeichen von Stress und dass ihm die Situation total unangenehm ist.

Sie wollen nicht wahrhaben, dass IMMER etwas passieren kann - nicht aus Absicht oder Boshaftigkeit des Hundes, sondern ein schlimmer Unfall, durch blöde Umstände.

Die Ihr als Eltern hättet verhindern können, verdammt nochmal!!


So, jetzt dürft Ihr mich gern kritisieren, weil ich der Schwarzseher bin, der Miesepeter, die nicht "Süüüß" schreit.
Sei's drum.

Ich stehe weiter dazu.
Respektiert bitte die Bedürfnisse und Gefühle Eurer Hunde.
Dann könnte so mancher Unfall vermieden werden.

Ich habe fertig.

P.S.: 
Wer sich näher damit befassen möchte, den lade ich ein, sich in meinem Buch darüber schlau zu machen, was Ihr vermeiden solltet und wie Kind und Hund ein tolles Team werden, ohne Unfall.











Mittwoch, 19. Februar 2020

Alles kommt mal wieder - auch alte Werte?

Bedingungslos Liebe geben - ein enormer Wert! / (c) Schnaubert

Retro ist "in".
Irgendwann kommt alles wieder, was mal in Mode war - egal ob Schlaghosen, bunte Tapeten mit psychedelischen Mustern und Farben, wilde Power-Locken, Art-Deko-Lampen oder Schulterpolster ...

Das lässt mich echt hoffen, dass auch Werte mal wieder in Mode kommen.
Alte Werte - wie Freundlichkeit, Höflichkeit, Rücksichtnahme und Geduld.
Davon gibt es gefühlt immer weniger, hab ich den Eindruck.

Alles muss heutzutage schnell und komplikationsfrei gehen - der Einkauf, die Fahrt von A nach B, das Internet und auch das Hundetraining. Und wehe nicht, dann ist Stress vorprogrammiert und es wird geflucht, geschimpft und an der Leine geruckt...

Ich sag's Euch ganz ehrlich - den Stress macht Ihr Euch selbst, und damit leider auch anderen Menschen und auch Euren Hunden!

Wie ich schon mal schrieb - Atme doch mal tief durch und trete einen Schritt zurück, um Dir das Ganze mal aus ein wenig Distanz anzuschauen. Und dann überlege bitte, wie Du aus diesem Stress-Hamsterrad ausbrechen kannst, damit Du und Dein Hund mehr Ruhe habt.

Muss wirklich alles auf Anhieb klappen?
Bei Dir?
Bei Deinem Hund?
Warum denn?
Wer bestimmt das?
Wieso liegt der Anspruch so hoch?
Macht das die Umwelt?

Die schiefen Blicke von Fremden, wenn Dein Hund mal bellt, an der Leine zieht, sich nicht gut benimmt?
Das Kopfschütteln der Leute, wenn Du Deinen Hund rufst und er Dich großzügig ignoriert?
Die dummen Sprüche schlauer Hundehalter, die es so viel besser wissen als Du und die es ja nur gut mit Dir und Deinem Hund meinen?

Und was macht das mit Dir, in erster Linie?
Macht es Dich verlegen? Wütend? Traurig? Beschämt es Dich?

Ich gestehe - ja, auch ich lasse mich manchmal von meiner Umwelt manipulieren - denn nichts anderes ist es, wenn man etwas tut, was man eigentlich nicht tun würde, es aber trotzdem macht, weil jemand anders zusieht oder es einfordert!
Kompliziert, gell ...

Hinterher bin ich unzufrieden oder schäme mich tatsächlich auch mal.
Weil ich ungerecht zu meinen Hunden war, obwohl ich es doch besser weiß.
Weil ich dem "Umweltdruck" doch mal nachgegeben habe.
Ich ärgere mich dann über mich selbst und knuddle meine Hunde, die keine Ahnung von meinem Dilemma haben und zum Glück auch nicht nachtragend sind.

Was macht es mit uns, dieser Umweltdruck? 
Und was können wir tun, um ihm zu entkommen, bzw. zu verhindern, dass wir ihn so deutlich wahrnehmen und darauf reagieren? Und an unsere Hunde weiter geben...

 Ich sag's nochmal ganz ehrlich - mein Setter ist jetzt fast drei Jahre bei mir und zieht wie ein Stier an der Leine, wenn der Spaziergang los geht! Und auch noch unterwegs. Und erst recht, wenn wir in einer neuen Umgebung unterwegs sind!!

Ja, ich bin Hundetrainer und ja, das Thema könnte längst erledigt sein.
Wenn ich mir die Zeit nehmen würde, es zu erledigen, sprich intensiv mit meiner Hündin trainieren würde. Tu ich aber nur sporadisch. Das Ergebnis ist ein Hund, der an lockerer Leine laufen KANN, wenn er müde ist. Dann ist Gioya weltklasse sensibel, merkt jede kleinste Spannung in der Leine und reagiert mit langsamerem Laufen und nachgeben.

Ansonsten gilt für sie der Satz "Trieb macht doof und unsensibel"!
Wobei man sich jetzt wieder über den Begriff "Trieb" streiten könnte... tun wir aber nicht, denn jeder weiß, was ich damit meine und gut ist.

Gioya ist ein Jagdhund aus Jägerhand, aber nicht wirklich entsprechend ausgebildet, ausgestattet mit reichlich "will to please", aber auch mit Pfeffer im Arsch, einer blitzschnellen Reiz-Reaktions-Maschinerie, kaum Impulskontrolle und einem Mega-Raketen-Antrieb in den Beinen!


Killer-Setter im Anflug! / (c) Schnaubert

"Reh - Olé!!" und schon sprintet sie von 0 auf 100 in eins Komma drei Sekunden los. Bis ich Luft geholt habe, um zu pfeifen, hat sie bereits 50 Meter Wegstrecke zurückgelegt, locker.
Und jetzt kommt der "will to please" zum Einsatz - ein langer Pfiff, maximal zwei und Frau Setter kommt im gleichen Tempo zu mir zurück gefegt! Dann erwartet sie ein freudiges "Yeeeeeeeeyyyyyy" und ihr Spielzeug fliegt, damit sie es erbeuten und tragen kann. Und dannnnn - dann kommt sie an die Leine *grins*. Nur zur Sicherheit. Für das Reh. Und für sie... (Böse Gefahrenquellen im Wald).

Bin ich dann sauer? Nö, ich bin ja selbst Schuld. Mit Schleppleine wär das nicht passiert.
Gebe ich ihr trotzdem die Schuld, dass sie nunmal reagiert, wie ein (Jagd-)Hund reagiert, wenn er ein flüchtendes Tier wahrnimmt? Wie könnte ich!

Es ist ja nunmal so: bei Hunden gibt es von Natur aus keine "denkenden" Synapsen (Nervenverbindungen im Gehirn) zwischen den Sinnesorganen Auge, Ohr und Nase, die melden: "Mögliche Beute (in Bewegung)!!" und der Mototrik, die meist reflexartig angeworfen wird.



Reiz-Reaktions-Schema ... / (c) Signal-Hund

Hören, Sehen, losrennen! ist die Impulskette.
Würde ein Wolf oder anderes Raubtier erstmal drüber nachdenken, was da gerade passiert, was zu tun ist und ob sich der Weg lohnt, würden die meisten von ihnen wohl verhungern.

Wir Menschen müssen also an dieser Stelle im Gehirn sozusagen eine Handbremse einbauen, und das funktioniert nur durch reichlich gezieltes Impulskontroll-Training. Und das funktioniert wiederum nur, wenn wir Menschen die nötige Zeit und Geduld fürs strukturierte Training aufbringen!

Womit wir wieder bei den alten Werten wären...

Also, was machen wir nun mit diesem Dilemma, bestehend aus den Bedürfnissen des Hundes, den unseren und denen der Umwelt? Einen schicken Mix!

Nimm dir doch mal bitte die Zeit, einen Block und einen Stift und schreib mal folgendes für dich auf:
  • Was genau ist MIR / meiner Familie wirklich wichtig im Zusammensein mit meinem Hund? Was soll er unbedingt können, was unbedingt lassen? Und warum?
  • Was ist meinem Hund enorm wichtig? Was davon kann ich ihm ermöglichen, was nicht und welche Alternativen habe ich für ihn oder kann ich erlernen?
  •  Auf was genau reagiert meine Umwelt, wenn ich mit meinem Hund unterwegs bin? Haben die eventuell Recht? Oder einfach nur eine andere Meinung? 
Zum letzten Punkt möchte ich dir gern sagen: deine Freiheit und die deines Hundes endet höflicherweise dort, wo die Freiheit der Umwelt beginnt. Damit meine ich folgendes:
  • Respektiere den "Tanzbereich" deiner Umwelt (#Individualdistanz). Leine deinen Hund an, wenn andere Menschen oder Hunde in Sicht kommen. Manche Menschen haben nunmal Angst vor Hunden und nicht jeder Hund mag andere Hunde gern.
  • Lass ihn nicht in fremde Vorgärten oder auf Spielplätzen markieren. Das ist respektlos und eklig. Das Markieren von Hausecken, Autoreifen und Mülltonnen übrigens auch :(
  • Lass ihn nicht endlos bellen. Das nervt nämlich auch hundefreundliche Menschen!
  • Sichere ihn im Wald, wenn er jagdlich ambitioniert ist - auch Wildtiere haben ein Recht auf Ruhe und Unversehrtheit.
  • Sammle bitte seine Hundehaufen ein - dazu gibt es bald einen eigenen Post, in dem ich dir gern erkläre, dass es dafür mehr Gründe gibt als nur den Ekelfaktor!

Wenn du all das schon tust und auch noch freundlich zu deinem Hund bist, sollte dir niemand etwas zu sagen haben :) Und falls doch, darfst du denjenigen ruhig mit seiner Meinung da stehen lassen, wo er steht.
Meinung kommt nämlich von "meins". Sonst hieße es "Deinung" ;) ...












Freitag, 13. September 2019

Der Tod lauert im Wasser ...

Kleiner Spaziergang mit der "Gang" / Foto (c) Landgrafe
Wir gehen gemütlich durch den Wald.
Es hat erst vor kurzem geregnet und mehrere Pfützen liegen auf dem Waldweg verstreut. Ich mache mir also keine großen Gedanken, als mein Husky eine davon ansteuert um zu trinken, schließlich ist das Wasser ja frisch.

Doch dann werde ich kurz laut und rufe "Dayan, nein!! Stopp!"
Mein Hund hebt irritiert den Kopf. Da bin ich schon bei ihm und schiebe ihn liebevoll, aber unnachgiebig von der Pfütze weg und schaue mir danach die anderen Wasserlachen gut an, ehe ich ihn erst einige hundert Meter weiter trinken lasse.

Frisches Wasser mit Nikotin versetzt = Todesfalle! / Foto (c) Landgrafe
Was war passiert?
Das hier - schwimmende Zigarettenkippen im Wasser!

  Ich sag's Euch ganz ehrlich - so etwas macht mich richtig sauer!

Viele Raucher entsorgen draußen mal eben schnell ihre Kippe und denken sich nichts dabei.

Doch Nikotin ist ein starkes Gift für Hunde und andere Tiere - für Menschen übrigens auch.

   In einer normalen Zigarette befindet sich zwischen 9 und 30 mg Nikotin. Zigarettenstummel enthalten noch etwa 5-7 mg.

  Schon bei 4 mg Nikotin, die gefressen oder durch kontaminiertes Wasser aufgenommen werden, können bei Hunden Symptome einer Nikotinvergiftung auftreten. Diese äußern sich durch eine Steigerung der Nervenaktivität, das heißt durch Muskelzittern, Erbrechen, Speicheln, Temperaturanstieg, Gangunsicherheit und Herzrhythmusstörungen bis zum Herz-Kreislauf-Versagen.

 Würde ein Welpe aus einer solchen Pfütze trinken, würde er binnen kurzer Zeit an einem Kreislaufkollaps versterben!

Wanderratte / (c) gold555engel / piqs.de
Ein weiteres "Pfützen-Problem" entsteht oft bei warmem Wetter - die Gefahr der Leptospirose.

 Leptospiren werden von infizierten Tieren im Urin ausgeschieden. Die Infektion erfolgt durch Kontakt über die Haut oder Schleimhäute.

Als derzeitiger Hauptübertragungsweg gilt die Aufnahme von mit Rattenharn verunreinigtem Wasser in Pfützen, aber auch in kleinen Tümpeln oder stehenden Gewässern.

Die Erkrankung tritt vor allem im Spätsommer und Herbst auf.
Die Inkubationszeit, also die Zeit bis zum Ausbruch der Krankkheit, beträgt fünf bis sieben Tage.
Die Erreger setzen sich in diversen Organen, besonders der Niere, Milz, Leber und den Lymphknoten fest.

 Symptome sind Fressunlust, Erbrechen, Fieber, Bewegungsunlust, Abgeschlagenheit, Muskelzittern, erschwerte Atmung, Husten bis zum blutigem Durchfall und Nierenversagen.
Schuzt bietet nur eine regelmäßige Impfung gegen die Erreger.

Eine weitere Gefahr findet sich nicht nur in Pfützen, Tümpeln oder kleinen stehenden Gewässern, sondern auch am Rand von Äckern und Feldern - der Botulismus, eine Vergiftung mit einem Nervengift, das vom Bakterium namens Clostridium botulinum gebildet wird.

Tote Ente / Foto (c) fuerteventure-zeitung
 Das weltweit vorkommende Bakterium kann nicht nur für Pferde, Rinder, Wasservögel und Menschen gefährlich sein, sondern auch für den Hund. Es verursacht eine Lähmung der Muskulatur und kann tödlich enden.

 Die Hauptinfektionsquelle für den Hund (aber auch für andere Tiere) sind verunreinigte Gewässer, mit denen er in Kontakt kommt oder aus denen er trinkt. Gerade im Sommer kann durch Tierkadaver – beispielsweise von Vögeln – das Bakterium in seichte Gewässer wie Teiche, Tümpel und Pfützen gelangen.

Aber auch Gülle kann von den gefährlichen Bakterien durchsetzt sein, weil z.B. Nagetiere in die Güllegrube gefallen, dort ertrunken und verrottet sind. Daher ist also auch bei gegüllten Wiesen, Äckern und Feldern Vorsicht geboten.

Bei einer Botulismus-Vergiftung zeigen sich unterschiedliche Symptome (meist erst einige Stunden oder sogar Tagen): Lähmungserscheinungen in der hinteren Körperhälfte, die langsam bis zur vorderen Körperhälfte durchwandern, unkoordinierte Bewegungen, starkes Speicheln, Lähmung der Zunge, flache Atmung und Probleme bei der Nahrungsaufnahme bis hin zum Erbrechen.

Schnelles Erkennen und anschließendes Handeln kann tatsächlich über Leben oder Tod Deines Hundes entscheiden! Werden die Anzeichen der Vergiftung zu spät erkannt, gibt es leider oft keine Rettung mehr für den Hund. Bei fortschreitender Vergiftung kommt es zur Lähmung der Atemmuskulatur, was zu einem qualvollen Erstickungstod führt.

Bei allen genannten Gefahren kann es reichen, dass der Hund durch das Wasser hindurch gelaufen ist oder sich hinein gelegt hat - denn er reinigt ja seinen Körper mit der Zunge.

Solltet Ihr also unsicher sein, dann duscht Euren Hund doch gründlich mit klarem Wasser zuhause ab und nehmt für unterwegs Wasser zum Trinken für Euren Hund mit.

Bitte achtet gut auf Eure Hunde, herzliche Grüße
Claudia

Quellennachweis (sofern nicht am Foto angegeben)

Foto Ratte :  gold555engel, „Rattus norvegicus - Wanderratte“, CC-Lizenz (BY 2.0)
https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de
Alle Bilder stammen aus der kostenlosen Bilddatenbank www.piqs.de

Mittwoch, 1. Mai 2019

Belohnen - Geiz ist gar nicht geil!! Teil 2

Wie, kein Lob? Dann mach ich nix, so! / (c) Schnaubert


 Im letzten Teil hatte ich euch ja versprochen, mehr über das richtige Belohnen zu erzählen.
Sicherheitshalber fangen wir mal bei Adam und Eva an :

Was ist Lob - denken wir?
Wir geben dem Hund etwas, von dem wir denken, dass er es gut findet. Das sind meist Tätscheln, Streicheln, Futter, Spielzeug und viele lieb gemeinte Worte.

Was ist Lob - welches der Hund als Lob ansieht?
Das hängt immer von der jeweiligen Situation ab!
Es kann der Keks sein, oder ein kurzes Knuddeln, es kann aber auch das Weiterlaufen sein, ins Wasser springen, buddeln dürfen, Hundefreunde begrüßen und mit ihnen toben, einen >>Dummy  suchen oder dem Ball hinterher sprinten, Wild beobachten dürfen usw. usw. usw.


Gioya liebt Körperkontakt / (c) Schnaubert


Was ist definitiv kein Lob für den Hund?
Als allererstes : anfassen und / oder den Kopf tätscheln!!

Ich kenne kaum einen Hund, der das mag oder als Lob ansieht. Es ist ein großer Unterschied, ob ich mit meinem Hund zuhause kuschle und dabei seinen Kopf sanft streichle, was wiederum viele Hunde genießen, oder ob ich draußen in Aktion mit ihm bin - denn da wollen nur die wenigsten Hunde tatsächlich am Kopf oder sonstwo berührt werden!
Achtet mal drauf - viele Hunde weichen draußen einer Berührung seitlich aus!

 Verbales Lob als Belohnung
 Das sollte jeder stets parat haben! Schließlich wiegt es nichts, nimmt keinen Platz weg und ist immer dabei. Loben ist doch wirklich nicht so schwer.
Der Hund schaut euch kurz an, ihr sagt fröhlich: "Fein!"
Er kommt unaufgefordert zu euch, ihr freut euch ehrlich mit "Hey, priiima Mausi!"

Nutzt doch bitte jeden Kontakt, den der Hund von sich aus anbietet. Umso weniger müsst ihr danach fragen! Denn wenn ihr nie etwas sagt und nicht reagiert, stellt der Hund seine Kontaktaufnahme zu euch nach und nach ein, weil - bringt ja nix!

 Futter als Belohnung
 Für verfressene Hunde ist Futter fast immer eine tolle Bestätigung. Hier sollte man tatsächlich darauf achten, was und wie viel man wofür gibt. Je hochwertiger das Futter an sich und je weniger davon insgesamt gegeben wird, umso höher der Wert!

Hat die Tante Trainer gerade weniger gesagt? Wo sie doch vorhin meinte "Schmeißt Lob wie Konfetti!" ??
Jawoll - ich meinte damit aber nur dieses hochwertige Mega-Leckerli!

Ich geb euch ein Beispiel:
Wir üben das Abrufen und fürs sofortige zu uns kommen bekommt der Hund ein Stückchen gekochte Hähnchenbrust. Wooow, leckerlecker!
Der Hund soll sich kurz danach hinsetzen - es gibt "nur" einen leckeren Keks.

Warum?
Weil "sitzen" kann er schon gut, schnell und zuverlässig. Das Herankommen wird also extrem hochwertig belohnt, um es gut aufzubauen, das Sitzen wird ebenfalls belohnt, aber deutlich weniger wertvoll.

Loben - bitte immer ja bei richtigem Verhalten, und dabei die Wertigkeit beachten. Je neuer und schwieriger die Übung, umso hochwertiger die Belohnung!

Pommes - Megabelohnung für den wollhaarigen Schnapposaurus Rex ;) / Foto (c) Landgrafe

Wann ist Futter keine Belohnung?

1.) Wenn der Hund etwas anderes dringender will! Zum Beispiel trinken, rennen oder buddeln.
Will er hetzen, stöbern oder spielen, kann ich das Futter evtl. werfen, rollen oder suchen lassen. Einfach aus der Hand geben ist dann zu langweilig.

2.) Wenn der Hund gestresst ist - unter großem Stress setzt der Magen-Darm-Trakt seine Arbeit aus und Hunde können nichts mehr essen. Daran erkennt ihr übrigens auch den Stress-Level eures Hundes - wenn essen nicht mehr geht, wird auch das Lernen schwierig!
Der Hund ist dann im "Kampf-oder-Flucht-Modus" und reagiert nur noch, statt nachdenken zu können.

3.) Wenn das Futter dem Hund nicht oder nur so "lala" schmeckt (logo, oder?!?). Was im Haus noch okay war, ist draußen oft nicht spannend oder wertvoll genug für den Hund. Ihr solltet also mal ausprobieren, was er mag, was er sehr gern mag und für welche Leckerlis er auch einen Rückwärtssalto machen würde :)
Also gern mal Käsewürfel, gekochte Hähnchenherzen oder Brust, Hundewurst etc. nehmen.

4.) Wenn das Futter dem Stresslevel nicht angepasst wurde.
Damit meine ich, dass Hunde unter anwachsendem Stress oft nicht mehr kauen mögen, sondern nur noch weiche Sachen essen oder aufschlecken können / wollen.
Wenn ihr also wisst, dass ihr etwas stressbehaftetes trainieren wollt, dann probiert doch als Belohnung mal eine >>Futtertube  mit ganz weichem Futterbrei. Ob nun püriertes Dosenfutter, Quark mit Leberwurst oder ähnliches, einfach mal testen.

 Spielzeug als Belohnung
 Für jagdlich ambitionierte oder sehr optisch orientierte Hunde ist der Ball oder ein >>Wurfspielzeug  oft eine Top Bestätigung.
Hier gibt es nur zwei kleine Haken an der Sache:

1.) Spielzeug kann Spannung und Stress im Hund aufbauen. Wenn man es wirft oder zergelt, puscht es den Hund. Zu viel Beute-Spiel kann den Hund so aufregen, dass man das Gegenteil von dem erreicht, was man eigentlich angestrebt hat.

2.) Spielzeug kann süchtig machen. Es gibt nicht von ungefähr den Begriff des "Ball-Junkies".
Das Hetzen von Beute, auch wenn es nur der Ball ist, fördert die Ausschüttung von Dopamin im Hund, die "Spaßdroge" Nummer eins und dem Stresshormon "Adrenalin". Dazu an anderer Stelle mehr.

Richtig eingesetzt - z.B. der Hund darf ein Spielzeug suchen, tragen oder aus der Luft fangen und dann mitschleppen - kann man manches Verhalten erfolgreich umlenken und der Hund darf durchaus Spaß daran haben.

Umwelt-Belohnungen
Hier gibt es eine schier endlose Vielfalt und ihr solltet einfach mal euren Hund genau beobachten.
Was will euer Hund jetzt gerade gern tun? Und welche gleichartige Alternative könnt ihr ihm dann anbieten?

Ein Beispiel von mir:
mein Setter rennt sehr gern, was an der >>Schleppleine nur begrenzt möglich ist. Wir üben - wenn die Leine zu ende ist, geht es nicht weiter. Also ist ihre Belohnung beim Nachlassen der Leine: es geht weiter!

Sie hetzt auch gern Wild. Wenn sie los sprintet, ich pfeife und sie sofort zurück kommt, ist ihre Belohnung: ein heißgeliebtes Spielzeug fliegt und sie darf es verfolgen und erbeuten und wegtragen.

Gioya liebt es auch als Vorstehhund, Tiere zu belauern. Das lasse ich zu - sie darf sich anschleichen und vorstehen und beobachten - und dann werfe ich ihr Lieblingsspielzeug und sie kann ihre aufgebaute Spannung daran abbauen.

Sie bekommt also genau das, was sie in diesem Augenblick haben will, nur etwas anders.


Hetzen macht Spaß! / (c) Schnaubert
 Das Fazit:

Belohnt bitte häufig, ehrlich und freundlich sowie der Situation angepasst - ihr werdet sehen, dass euer Hund dann noch mehr bei euch und mit euch sein will und schneller bessere Leistungen erbringt.

Also - heute schon deinen Hund gelobt?? ;)

P.S.: kennst du eigentlich den Unterschied zwischen Belohnen und Bestechen?
Lies doch hier mal weiter...
Belohnen ist prima, Bestechen ist blöd

P.S.: die blau unterlegten Worte führen Euch zu schönen Produkten, und falls Ihr darüber etwas kauft, entstehen Euch keine Mehrkosten, sondern ich verdiene ein paar Cent daran :)

Belohnen - Geiz ist gar nicht geil!! Teil 1

Weltbeste Belohnung - Käse! / (c) Schnaubert
"Geiz ist geil."
Toller Werbeslogan seit Jahren, der bedeutet :
Spare, wann immer du kannst ein, was immer du kannst, und bekomme trotzdem möglichst viel dafür.

Soweit, so gut. Oder schlecht.
Ja, eher doch schlecht.
Total schlecht, um genau zu sein!

Denn was bedeutet diese Art von Mentalität denn wirklich, wenn man sie gnadenlos so auslebt?
Alles immer billig oder noch billiger - 
Kleidung (in Fernost von Vorschulkindern geklöppelt)
Milch (von armen zusammengepferchten Hochleistungsrindern, die nach 1-2 Jahren kaputt und leer sind und dann zu Billig-)
Fleisch (verarbeitet werden oder von eingepferchten Mastschweinchen oder Stopfgänsen oder Masthähnchen...)
Eier (von nackigen Hühnern aus Legebatterien, die kaum genug Platz haben, um sich einmal um die eigene Achse zu drehen) und
Lob!

 Ja, auch mit Lob wird seeehr gespart, überall, auch im Hundetraining.
Wieso eigentlich?
Ich sag's euch ganz ehrlich - ich bin da total verschwenderisch und predige, da beim "Ausgeben" eher an Konfetti als an Hunderteuroscheine zu denken!

  Wer hier die "Geiz ist geil"-Methode anwendet und sich an den schwäbischen Spruch hält: "Net g'schimpft ist g'lobt genug!", und dann noch Höchstleistungen von seinem Hund erwartet, natürlich auch noch voller Enthusiasmus und Freude, der spinnt.
So, nu hab ich es gesagt!

Mal ehrlich - ich kann auch nicht nur zehn Tropfen Diesel in mein Auto füllen und dann erwarten, dass es mich nach Köln und zurück fährt! Es würde zu Recht stehenbleiben und sich weigern, auch nur einen Meter weiter zu rollen.

Ich könnte natürlich mit ihm schimpfen, dagegen treten, es schubsen und zu ziehen versuchen, doch das würde wohl wenig bringen.

Sitzstreik - Nö, ich hör dich nicht! / (c) Landgrafe

Aber ein Hund ist nun mal kein Auto. Leider kann man hier schimpfen, schubsen, ziehen, rucken, treten... und schlimmeres. Hach ja.
Oder besser, och nööö.

Dabei wär es oft so einfach.
Ehrlich!
Mit Freundlichkeit, gepaart mit Konsequenz, Geradlinigkeit und Beharrlichkeit, Humor und Geduld kommt man in der Hundeerziehung sehr viel weiter als mit härteren verbalen und körperlichen Gangarten (nachzulesen im Post "Das tolle K-G-T-H-Training").

Noch vor kurzem hatte ich für einige Wochen einen jungen, schwer pubertierenden Schäferhundrüden auf dem Trainingsplatz.
"Artus" (Name geändert) kläffte, schrie, zerrte an der Leine und wollte alle anderen Hunde verprügeln. Menschen waren ihm relativ egal, auch sein eigener.

Dieser, also sein Mensch, war offenbar ein SV'ler der alten Schule, der es bisher mit Härte und Laustärke versucht hatte. Dummerweise reagierte Artus darauf nicht wie erhofft, sondern wurde immer schlimmer in seinem Verhalten.
Bekannte hatten ihm meine Hundeschule empfohlen und so kam er versuchsweise zu mir ins Training.

Ich erkannte sofort, was dieser junge Hund brauchte - freundliche Ansprache, klare Ansagen und Arbeit, sprich er brauchte etwas, womit er sich befassen konnte, anstatt ständig seine Umgebung nach "Prügelknaben" zu scannen, an denen er seinen aufgestauten Frust abbauen konnte - aufgestaut durch die "unsachgemäße Bedienung" des Modells "Hund", Marke "Schäfer", durch den Halter.

Artus reagierte auf mein freundliches "Hey Artus, hier zu mir!" sofort und schaute mich erwartungsvoll an. "Geh mal mit!", forderte ich ihn fröhlich auf und Artus ging mit, aufmerksam, fragend was wir denn jetzt machen.
"Sitzen", forderte ich freundlich und Artus saß. Und schaute mich erwartungsvoll an.

Ich erklärte dem Halter, was sein Hund braucht und wie wir gemeinsam das Training zur Frustreduktion und Aufbau von Aufmerksamkeit halten wollten:

Kasernenhof-Ton gegen freundliche Ansprache austauschen, klar sagen, was er tun soll und sobald er sich wieder aufregt, kommentarlos das Spielfeld verlassen und erneut Aufmerksamkeit einfordern und arbeiten. Sitz, komm, stop, hier, sitz, schau... alles nett.
Und Keks rein.
Und looooben!

Aufmerksamkeit durch freundliche Ansprache und Lob / (c) Schnaubert

Ansatzweise klappte es und wurde dann von Stunde zu Stunde besser, bis Artus rund vier Meter neben den anderen Hunden arbeiten konnte, ohne sie fressen zu wollen.

Und dann kam der Einbruch ... plötzlich hieß es wieder laut "Neeiiiinnn!!", dem Hund wurde die Schnauze zugehalten, wenn er bellte und am Halsband geruckt und die nächste Stunde trug er plötzlich einen Stachler - ich war entsetzt!

Ja, weil die Leute vom Hundeplatz hatten gesagt, dem muss man jetzt in der Pubertät mal zeigen.... Und ohne Stachler kriegen wir den nicht gehalten, wenn er ausrastet.
Ja, wieso rastet er denn aus, Leute ?!?!! Mal nachgedacht??

Ich sagte höflich und bestimmt meine Meinung zu dem Piekeding, erklärte die Folgen fürs Training, bzw. den Hund und dass ich auf meinem Platz und in meinem Training so ein "Hilfsmittel / Folterinstrument" nicht dulde. Den Rest könnt ihr euch denken - ich sah Hund und Halter nicht mehr wieder.
Ich war frustriert und auch sauer.
Denn dieser Hund hätte sich bei fortgeführtem positivem Training großartig entwickelt!  
Artus wollte ja lernen - aber eben nicht durch Druck und Gewalt.

Was um Himmels Willen ist denn mit uns Menschen los, dass wir oft so viel schneller mit Strafe zur Hand sind als mit Lob?
Geben wir, bewusst oder unbewusst, unseren eigenen Alltagsfrust an den Hund weiter?
Haben wir eine falsche Denkweise von der mentalen und körperlichen Leistungsfähigkeit des Hundes?
Wieso sind wir so ungeduldig und verständnislos für die Bedürfnisse und Fähigkeiten unserer Hunde?!

Und warum zum Henker glauben so viele Menschen, Hunde würden einfach schon verstehen, was sie zu tun haben, wenn man ihnen immer nur Dinge verbietet, anstatt ihnen beizubringen, was sie statt dessen tun sollen?!
Ich begreif es manchmal echt nicht!

Zurück zum Lob und seinen immensen Vorteilen. Echtes Lob - also ein ehrliches freundliches fröhliches Lob, das der Hund auch als Lob empfindet - motiviert, gibt dem Hund Sicherheit in seinem Tun, beschleunigt das Lernen, macht Spaß und nimmt Unsicherheiten und Ängste.

Was ein echtes, ehrliches und der Situation angepasstes Lob denn ist, erzähle ich euch gern im zweiten Teil von "Geiz ist gar nicht geil" Teil 2!!










Donnerstag, 3. Januar 2019

Pro Mantel oder Gehst du im Winter nackig raus?


Langhaarhund und Mantel? Aber ja doch! / (c) Landgrafe

 Ich höre es unterwegs immer wieder, wenn wir bei Regen oder Kälte unterwegs sind.
"Wieso hat denn der 'nen Mantel an?! Der hat doch Fell!"
 Ja, hat er. Du hast auch Haare auf'm Kopf und trägst 'ne Mütze, oder?!?

Ich sag's euch ganz ehrlich - ich bin absolut Pro Mantel und Co. bei Hunden, die es brauchen!!

Und welche Hunde brauchen das und wann?

Wann ist leicht erklärt - immer, wenn es kalt oder kalt & nass draußen ist.

- Alte Hunde
Sie können meist nur schwer ihre eigene Körpertemperatur halten und haben oft kleiner oder größere Zipperlein wie Arthrosen oder Rückenleiden. Es hilft ihnen sehr, wenn man sie warm hält.

- Kranke Hunde
Hier sollte man durchaus mit einem Mantel unterstützen, Wärme tut gut.

- Welpen
Die kleinen Krümel haben oft noch dünnes Fell, einen nackigen Bauch und sind aufgrund ihrer Größe auch nah am kalten Boden. Zudem haben sie noch keinen großen Körperfettanteil und können sich selbst schlecht warm halten.

- Hunde mit wenig oder keiner Unterwolle
Hier fehlt schlichtweg die warme Wolle am Körper und diese Hunde frieren schnell, auch wenn sie sich bewegen.
Ähnliches gilt für Hunde, die durch eine Erkrankung oder Kastration ein durchlässiges Fell bekommen haben, also wirklich bis auf die Haut nass werden. Dabei wächst oft die Unterwolle übermäßig, tritt zwischen dem Deckfell hervor und zieht quasi die Nässe bis auf die Haut.

- Hunde, die längere Zeit bei Kälte oder Nässe auf etwas oder jemanden warten müssen, auch im Auto!
Eigentlich total klar, oder? Ohne Bewegung friert man schließlich noch schneller. Ausnahmen sind natürlich Autos, in denen eine Standheizung läuft.

Zudem finden empfindliche Hunde einen nassen Pelz blöd. Dazu gehört auch mein Husky. Er kommt nach dem Spaziergang viel schneller zur Ruhe, wenn er einen Mantel getragen hat.
Rotkäppchen - ungefütterter Regenmantel  / (c) Landgrafe
 Mein Setter ist recht kältempfindlich, wie viele Hunde, die aus dem warmen Ausland kommen.
Hier hilft ein Regenmantel und im Winter tatsächlich auch ein dick gefütterter Mantel, damit sie sich wohl fühlt.

Und ganz uneigennützig bin ich dabei auch nicht - die Hunde tragen sehr viel weniger Nässe ins Haus :) , was ich auch ganz prima finde.

Auch Bademäntel sind super, sogar für gesunde Pelztiere. Sie nehmen schnell die Nässe aus dem Fell auf, erhalten die Körperwärme und sorgen ebenfalls dafür, dass die Hunde nicht so viel Dreck ins Auto oder durch die Wohnung tragen.

Warm eingemuckelt schläft's sich besser / (c) Landgrafe

Schaut also einfach mal, ob Euer Hund vielleicht einen Mantel braucht und wie der aussehen sollte. Nicht jeder Hund braucht einen gefütterten warmen Mantel, manchmal reicht auch ein Regencape.

Ich habe beides für meine beiden Hunde, je nach Saison und Temperatur, sodass sie sich draußen auch bei Sauwetter wohl fühlen :) .